Philosophie

Wagen wir das Experiment: Hören wir mal auf von dummen und gescheiten, von motivierten und unmotivierten Menschen zu sprechen. Ringen wir uns durch zu folgenden Behauptungen:

  • Jeder und jede ist intelligent.
  • Jeder und jede ist motiviert.

Wenn wir von diesen Meinungen ausgehen – sie wird übrigens gestützt von vielen Hirnforschern – dann ändert sich die Einstellung zum Lernen radikal. Es kann ja immer noch sein, dass trotz der Intelligenz schulische Resultate ausbleiben. Nun aber können wir nicht einfach behaupten, dass die Leistung nicht möglich seie, weil der Jugendliche dumm und unmotiviert sei. Wir gehen vielmehr von, dass wir uns fragen müssen, wo vielleicht eine Blockade vorliegt und uns folgende Überlegungen machen:

- Sind sinnvolle Lerntechniken antrainiert?
- Mangelndes Selbstbewusstsein oder auch ein fehlendes Körperbewusstsein könnten vom Lernen abhalten.
- Vielleicht fehlen Strukturen.
- Oder der junge Mensch hat noch andere Sorgen.
- Nicht selten ist ein fehlendes Gesundheitsbewusstsein Ursache ungenügender Leistungen.
- Möglicherweise hat der junge Mensch noch gar nicht entdeckt, dass es den Lebenskampf tatsächlich gibt.
- Sollte nicht die Entscheidungskompetenz trainiert werden, damit der Schüler sich entscheiden kann, die Arbeit endlich in Angriff zu nehmen?
- Und viele mehr.

An der REOSCH gehen die Lehrer und Lehrerinnen davon aus, dass die Jugendlichen (und natürlich sie selber) ihre Fähigkeiten trainieren und entwickeln können. So wie sich die Muskulatur der Oberarme sich erst entwickelt, wenn man sie braucht, so ist es möglich, durch Training zum Beispiel die Merkfähigkeit, die Konzentration, die Ausdauer zu trainieren. Um schulische Leistungen zu erbringen, braucht es diese Schlüsselkompetenzen. Und genau dieses Training ist das Ziel der REOSCH. Wie schon gesagt, ist diese Theorie nicht neu, die Hirnforschung beweist, dass dem so ist. Und auch die Idee des Konstruktivismus geht davon aus, dass sich die Fähigkeiten des Menschen erst entwickeln, wenn das Umfeld Forderungen stellt, wenn der Mensch im Ungleichgewicht ist, also perturbiert wird. Dann ist er immer darum bemüht, sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das ist lernen. Das Projekt der ressourcenorientierten Schulpädagogik hat Jakob Widmer in seinem Buch Frage dich, ob du motiviert bist – und du bist es! beschrieben.

An der REOSCH werden die jungen Menschen also mit der Welt der Erwachsenen konfrontiert. Welche Forderungen im Beruf gestellt werden, ist für den Schüler Thema. Die Lehrkraft begleitet ihn dabei. Der Jugendliche merkt also, dass er nicht mehr für die Lehrer oder gar die Schule lernt, sondern es darum geht, die eigene Zukunft zu gestalten.