Was wird gelernt

Lernziele

An der REOSCH sind sieben Richtziele von grosser Bedeutung, wobei das eine in der Regel auch den andern dient. Wenn zum Beispiel beim Trekking oder der Zweitageswanderung das Durchhaltevermögen trainiert wird, dient das auch dem Erlangen von schulischem Wissen, denn dazu kommt man in der Regel nur durch ausdauerndes Üben.
Hinter jedem Richtziel sind die Instrumente angegeben, welche die Schülern und Schülerinnen in ihren Bemühungen unterstützen. Diese werden unter der Rubrik “Damit arbeiten wir” näher beschrieben.

Der Schüler / die Schülerin lernt:

  1. sich selber bewusst zu werden: Über Körperbewusstsein stellt sich das Selbstbewusstsein ein. Sämtliche Instrumente dienen diesem Ziel, ganz besonders aber das Mentaltraining und die Kampfkunst.
  2. sich selber zu steuern: Beim Einsatz des Arbeitsjournals sind Entscheidungen gefragt. Der Schüler hat häufig die Wahl, welche Ziele er wann anstreben will.
  3. sich selber bestätigen: Da kann das Arbeitsjournal sehr gute Dienste leisten, denn jede Arbeit muss vom Schüler oder von der Schülerin selber beurteilt werden, um dann die Selbstbeurteilung mit der Lehrperson zu diskutieren.
  4. sich kontrollieren: Arbeitsjournal, Kampfkunst und Energietagebuch sind hier von grösster Bedeutung.
  5. dabei bleiben: Wenn die Ausdauer fehlt, merkt der Schüler das recht schnell beim Führen des Arbeitsjournals. Beim Wochengespräch werden dann Aufbauprogramme vorgeschlagen, so kann der Schüler die Ausdauer systematisch trainieren. Selbstverständlich beginnt das Ausdauertraining in der Kampfkunst und im Sport.
  6. sich vertrauen: Vor allem im Mentaltraining entdeckt der junge Mensche seine Ressourcen. Er merkt, wie sein Körper ein Wunder ist, alles ist schon da, ja alles entwickelt sich weiter. Das führt unweigerlich zu einem Gesundheitsbewusstsein. Wenn diese Grundlage gelegt ist, kann er auch seiner Leistungsfähigkeit vertrauen. Er merkt, dass er sehr viel mehr leisten kann, als er sich das früher zugetraut hat.
  7. sich um Wissen und Klarheit bemühen: Für die Schule gilt der Lehrplan des Kantons Bern. Allerdings gilt das nur für die Inhalte. Wann wie viel gelernt wird, das ist abhängig von der Kompetenz des einzelnen Schülers. Es kann also durchaus sein, dass ein Schüler langsamer oder schneller vorankommt. Häufig holen Langsamlernende den Rückstand später auf, wenn sie ihre eigene Lernfähigkeit entdeckt haben. Es darf also nicht sein, dass im Stoff weiter gegangen wird, obwohl er nicht beherrscht wird, nur weil der Zeitplan dies fordert. Das würde zu einem ungünstigen Leistungsbewusstsein führen. Umgekehrt muss kein Schüler beim alten Stoff stehen bleiben, nur weil die Klasse noch nicht so weit ist; er kann ebenfalls so schnell arbeiten, wie es für ihn möglich ist.

Leistungsausweise

- Nach dem ersten Semester jeweils Ende Januar erhält jeder Lernende einen persönlichen Bericht, der über den Stand der Leistungen und dem Lernverhalten in den einzelnen Fächern informiert. Der Bericht enthält auch Beobachtungen über die Schlüsselqualifikationen (Punkte 1 – 6). Ziel des Berichtes ist eine Auseinandersetzung über die Beobachtungen, Ziele für das zweite Semester können so gemeinsam festgelegt werden.

- Am Schluss des Schuljahres erhält jeder Schüler ein Zeugnis mit den Leistungsausweisen.

- Da der Unterricht integrativ ist, das heisst dass nicht unterschieden wird zwischen Realschüler oder Sekundarschüler, werden nach der 9. Klasse Schulendprüfungen durchgeführt, die darüber Auskunft geben, ob das Sekundarschulniveau erreicht ist.

- Auf Übertritte in höhere Schulen wie zum Beispiel das Gymnasium wird speziell vorbereitet. Auf Tests wie etwa der Multicheck sind die Reosch-Schüler mit den vielen Konzentrationsübungen ohnehin gut vorbereitet.

- Der Einsatz im Bereich der Schlüsselqualifikationen (Punkte 1 – 6) kann zwar nicht gemessen, wohl aber beobachtet werden. Auch das wird ausgewiesen, uns zwar mit einem Diplom. Es gliedert sich in drei Stufen. Die ersten zwei Stufen können nach einer gewissen Einarbeitungsphase jederzeit erreicht werden. Wenn der Schüler oder die Schülerin das Gefühl hat, die Anforderungen eines Diploms zu erfüllen, kann er oder sie den Antrag stellen. Die Lehrerkonferenz fällt den definitiven Entscheid. Die Überreichung eines Diploms ist jeweils ein wichtiger Gesamtschulanlass, damit die emotionalen Lernziele ihre Bedeutung erhalten. Für jede Bewerbung ist das Diplom ein zusätzlicher Trumpf, denn welcher Lehrmeister sucht nicht Lernende mit Selbstbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit und Stressresistenz.