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Anita, 46, Mutter von Nico

Mein Beruf ist Grundschullehrerin und ich arbeitete bis zur Geburt von Nico einige Jahre an einer normalen Schule. Dann kam mein Sohn zur Welt und ich wusste sofort, dass er ein ganz besonderes Kind ist. „Besonders“ nicht nur im positiven Sinn. Er hat oft stundenlang gebrüllt und man musste ganz besondere Methoden anwenden, um ihn überhaupt wieder zu beruhigen. Zum Beispiel mit dem Haarfön wärmen oder den Staubsauger in Betrieb setzen. Nico hat sehr wenig geschlafen, war an vielen Tagen morgens um fünf schon wach, er hat uns alle auf Trab gehalten.

Er war immer sehr auf mich bezogen – und das ist heute noch so.

An seinem ersten Schultag hat er geweint. Vielleicht weil er schon damals geahnt hat, dass die ganze Schulzeit für ihn überaus anstrengend wird. Er spürte, dass er anstößt.

Unser Ziel war es immer, das er mit seiner Art trotzdem in der Welt bestehen kann.

Richtig schwierig wurde es in der Oberstufe und zwar genau ab dem Zeitpunkt, als er Männer als Lehrer hatte. Sie nahmen Niko nie als Herausforderung an, sondern immer als Problem. Dabei ist er ein spannender Junge. Sicher, auch ich falle noch heute an vielen Tagen mit ihm aus dem Gleichgewicht, komme immer wieder an meine Grenzen, wir haben große Auseinandersetzungen. Aber wenn man weiß, wie man mit ihm umgehen muss, dann gibt er einem sehr viel.

Eines Tages hat mir eine Kollegin von der REOSCH erzählt und von da an war für mich sofort klar, dass das der richtige Platz für Niko ist.

Das Wichtigste für mich beim ersten Informationsabend war, dass Jakob Widmer sehr eindrücklich von der Hirnforschung sprach. Da dachte ich: „Dieser Mann wird auch Niko verstehen.“ Und tatsächlich: Die Schule hat meinen Sohn sehr, sehr gut getan, obwohl er grundsätzlich sehr ängstlich vor Neuem ist. Ein Beispiel: Er schaffte es vorher nie, pünktlich in der Schule zu sein. Nie. Das war jeden Tag ein großes Problem, weil er einfach nicht aufgestanden ist. Es war ihm alles egal. Seit er jedoch bei Jakob ist, hat er nur ein einziges Mal den Zug verpasst. Das ist sensationell. Er spürt plötzlich, dass er für sich selber lernt, für seine Zukunft, für sein Leben.

Wenn er innerlich sehr durcheinander ist, sagt er zu Hause oft „Jetzt muss ich mal eine halbe Stunde Mentaltraining machen“. Auch vor dem Einschlafen am Abend. Das wäre früher undenkbar gewesen. Er sucht also selber nach Lösungen für seine Probleme, sucht danach, wie er sich selber ändern und der Realität dieser Welt anpassen kann.

Ich bin davon überzeugt, dass er sich seinen Wunsch erfüllt, später mit Kindern zu arbeiten und Sozialpädagoge zu werden.

Ganz nebenbei war die Zeit, an der mein Sohn an dieser Schule war, für mich als Lehrerin die beste Fortbildung überhaupt, unabhängig davon, dass ich bei Jakob Widmer einen Kurs besuche. Ich unterrichte heute ganz anders als früher, habe beispielsweise mehr Verständnis und das Gefühl, die Kinder besser an die Hand nehmen zu können. Früher waren Schüler, die aus der Reihe getanzt sind, für mich Problemkinder. Heute finde ich sie spannend. Und sehr viele Ideen von Jakob Widmer bringe ich in meine Schule ein. Wir liegen zum Beispiel oft am Boden und entspannen uns. Neulich kam die Mutter eines Schülers zu mir, von dem ich dachte, dass er die Entspannungsübungen gar nicht so gern macht, und erzählte mir, wie begeistert er davon zu Hause erzählt. Ein Grundschüler! Ist das nicht wunderbar?