Uschi, 40, Mutter

Mein Sohn Allessandro hat ein fotografisches Gedächtnis. Das klingt im ersten Moment wie eine Begabung, war für ihn aber immer eine große Last.

In der Grundschule war er von Anfang an den anderen hinterher und wurde mit acht Jahren richtig depressiv. Von da an verweigerte er die Schule fast komplett, war am Morgen nicht aus dem Bett zu bekommen.

Ich machte mir so große Sorgen wie noch nie in meinem Leben. Mein Mann auch, die ganze Familie.

Versuchen sie mal, für einen solchen Jungen an einer staatlichen Schule für Verständnis zu werben. Zumal für einen Jungen, dessen Namen wie der eines Italiener klingt.

Wir machten alle möglichen Therapien, jeden Tag eineinhalb Stunden.

Seine Noten verbesserten sich, hätten eigentlich für die Sekundarstufe gereicht, dort wurde er aber nicht aufgenommen, weil er viel zu nervös war, was sich vor allem durch wirre Bewegungen seiner Hände gezeigt hat.

Ab der siebten Klasse mussten wir nach einer Lösung suchen, nach einer neuen Schule. Als Allessandro die Räume der REOSCH zum ersten Mal betrat, sagte er sofort, dass er hier zu Schule gehen wolle. Ich konnte gar nicht glauben, was ich da hörte: „Hier will ich zur Schule gehen.“

Es war die beste Entscheidung überhaupt. Unser Leben hat sich komplett geändert, denn davor war das beherrschende Thema zu Hause nur noch die Schule. Plötzlich konnten wir auch wieder über etwas anderes reden. Was für eine Befreiung!

Unser Neurologe, bei dem wir wegen Allessandros unkontrollierter Handbewegungen und schlechter Motorik in Behandlung waren, konnte überhaupt nicht begreifen, wie positiv sich unser Kind entwickelt hat, als wir nach einem halben Jahr zur nächsten Untersuchung dort waren. „Erzählen Sie mir, was da grundlegendes passiert ist“, sagte er, „eine solche Entwicklung ist aus medizinischer Sicht kaum zu glauben.“

Jakob Widmer ist zum Mentor unseres Sohnes geworden.

Allessandro ist heute erfolgreicher Elektroniker.